BK-Te WORKSHOP-Woche 2017

 

Am Samstag:
„Mixed Media auf kleinem Format“ mit Nicole Bellaire 

Die Vielfalt an Techniken und Arbeitsweisen, die in der Gestaltung bei Frau Bellaire zum Einsatz kommen werden, lässt sich beim Begriff „Mixed Media“ nur erahnen, und so warten wir am ersten Tag unseres Workshops, der in den Kunsträumen des PFS stattfindet, neugierig auf das, was da kommen mag. 

Um die Untergründe auf den kleinformatigen und weiß grundierten Schichtholzplatten Strukturen zu schaffen, darf mit Acryl-Tusche-Wassermischung geblubbert werden. Es werden eine oder zwei Serien mit drei bis sechs Bildern gestaltet. Das Serielle wird durch die einheitliche Farbgebung der Untergründe unterstrichen. 

Nun wird zunächst das Bildmotiv aus stark kontrastierenden Laserdrucken exakt ausgeschnitten und im Transferdruckverfahren mit Acrylgel übertragen. Das anschließende Abrubbeln des angefeuchteten Papiers und damit das Sichtbarwerden der übertragenen Motive führt zu großem „Ahhh“ und „Ohhh“. 

Als nächstes wird eine weitere Bildebene angelegt, welche die Bildaussage verstärken soll. Wahlweise werden verschiedene Seidenpapiere, teilweise mit Frottagestrukturen, collagiert oder die Motive übermalt und überzeichnet. Spätestens jetzt ist der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt: alle sind völlig in ihre Arbeit vertieft und experimentieren und arrangieren, was das Zeug hält. 

An zweiten Tag wird abschließend durch Aufbügeln von Wachspastillen eine Wachsschicht aufgebracht, die durch Ritzzeichnungen mit eingeriebener Farbe individuelle Steigerung erfährt. 

Als wir dann am Ende des Workshops unsere kleinen feinen Werke in den Händen halten, erkennen wir begeistert, wie harmonisch aus all diese verschiedenen Arbeitsschritte und spielerischen Techniken – seien sie nun gezielt eingesetzt oder auch manchmal zufällig entstanden – kleinen Serien von Bild-Botschaft entstanden. 

(11 teilnehmerinnen und teilnehmer aus den kursen bk-sport und bk-te 2016/2019 )

Am Montag und Dienstag:
Skulpturen aus Schrott bei Tom Naumann 

„Zwei Tage lang Schmieden und Schweißen, das wird heiß!“, denken wir uns ganz unbedacht, doch weit gefehlt: Wer im Januar bei Minustemperaturen im Freien und bei gut durchlüfteter Werkstatt mit Altmetall skulpturieren will, der muss sich warm anziehen. Das sind wir auch am zweiten Tag unseres Workshops in der MuKS Bruchsal (Musik- und Kunst- Schule Bruchsal) bei Bereichsleiter Tom Naumann. Vermummt trotzen wir der Kälte nahezu bedingungslos. 

Stabiles oder Mobiles sollen aus Schrott entstehen. Ob durch Schweißen, Schmieden, Flexen, Bohren oder Nieten: In der Werkstatt von Herrn Naumann ist jede bildhauerische Technik möglich. Nach einer kurzen Theorieeinheit zur Geschichte der Skulptur geht es in die Übungsphase, was nicht zuletzt dank der kleidsamen Schutzoutfits zu guter Laune führt. Dann kann es auch schon losgehen! Direkt im Schrotthaufen hinter der Werkstatt findet jeder seine ganz besonderen Schätze, die sie oder er in eine künstlerische Form bringen will. 

Einmal im Leben muss man geschmiedet haben! Das gilt auch für uns: Die Esse ist durchgehend umgeben von eifrigen und Schmiedinnen und Schmieden. 

Herr Naumann und Herr Portisch stehen uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. So
schließen sie geduldig sich auflösende Verbindungen oder Schweißnähte und gestalten – so ganz neben- bei – selbst anspruchsvolle Skulpturen. 

Um nach einem Vormittag angestrengten Arbeitens wieder Kraft zu schöpfen, stärken wir uns in der Mittagspause mit schwäbischen Leckereien, die Tom und seine nette Praktikantin für uns kochen. 

Und so warten am Ende des zweiten Tages verschiedenste originelle Kunstwerke aus rostigen Eisenstangen, Blech, alten Schaufeln, Ofenrohren und Gabeln auf Holzpaletten- sockeln im Hof der MuKS, um von den – erschöpften, aber glücklichen – Künstlern für die Vernissage im PFS verladen zu werden. 

(11 teilnehmerinnen und teilnehmer aus den kursen bk-sport und bk-te 2016/2019) 

Am Mittwoch:
Zeichnung im Atelier von Carmen Stahlschmidt 

Ein frostiger Januarmorgen in der Pfalz; die Sonne schafft es, erste Strahlen durch die weißen Nebelschwaden blitzen zu lassen und es ist klar: einen idyllische- ren Ort als dieses heimelige und gemütliche Haus in Vollmersweiler, das der freischaffenden Künstlerin Carmen Stahlschmidt als Atelier und ihrer Familie als Feriendomizil dient, könnten wir uns für unseren Workshoptag wohl nicht wünschen. 

Frau Stahlschmidt, die als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Zeichnung, Grafik und Skulptur erfolgreich tätig ist, empfängt uns sehr herzlich. Nachdem sie uns anhand eigener Werke in verschiedene zeichnerische Techniken einführt, dauert es auch nicht lange, bis wir uns ganz in die Arbeit vertiefen. Und die hat es in sich: auf übergroßem Format (bis zu 110 x 80 cm) sollen kleine, ja sogar winzige Ausschnitte von beispielsweise Pflanzen- oder Insektenteilen mit dicken Graphit- und Schwarzminen zu riesig anmutende Strukturen verwandelt werden. 

Anfängliche Unsicherheiten aufgrund der ungewohnten Materie weichen sehr schnell einer entspannten und lockeren Arbeitsatmosphäre, vor allem auch, weil Carmen (wir sind im Workshop beim „Künstler-Du“) es versteht, jeden von uns individuell zu unterstützen und den Blick fürs eigene Werk zu schärfen. Und so wird an den Staffeleien gekritzelt, skizziert, schraffiert, verdichtet und auch mal das Ganze auf den Kopf gestellt, um neuen Perspek- tiven zu eröffnen. Künstlerische Pausen werden kulinarisch inklu- sive Kaffee und Kuchen – hmm – versüßt. So rundum liebevoll be- treut entstehen im Laufe des Tages schließlich vielfältige und großartige Makro-Zeichnungen, die wir in unserer anschließenden Vernissage voller Stolz ausstellen! 

(11 teilnehmerinnen und teilnehmer aus den kursen bk-sport und bk-te 2016/2019) 

 

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