Info und Netzwerk

Netzwerk

Bildung macht nicht vor den Stadtgrenzen halt. Daher haben wir folgende Firmen als Kooperationspartner in das Projekt integriert:
Decathlon , Handwerkskammer Karlsruhe, HI5, KIT, Bauhaus, UHU.

Projektbeschreibung

Das Lernwerk-H16 ist ein Unternehmen für Bildung. Als Lehrerfirma hat es den Rechtsstatus einer Schülerfirma, die die individuellen Kompetenzen angehender LehrerInnen im Rahmen innovativer Vorhaben nutzt.


Die folgenden 3 Leitlinien stehen im Zentrum der Aktivitäten vom Lernwerk-H16:

  1. 1. Die konkrete Abbildung unternehmerischer Prozesse im Rahmen einer praktischen bzw. angewandten ökonomischen und beruflichen Bildung.
  2. 2. Die Initiierung und Förderung schulischer Vorhaben.
  3. 3. Die Verbindung der individuellen Berufs-qualifikationen von FachlehrerInnen mit pädagogischen und didaktischen Aspekten.

Erläuterung:

  • Am Pädagogischen Fachseminar werden ausschließlich Lehrkräfte ausgebildet, die bereits einen Beruf und eine mind. einjährige Berufserfahrung vorweisen können. Aus dieser Quelle an individuellen Kompetenzen und Erfahrungen schöpft das Lernwerk-H16. Die Teilnehmer des Lernwerks beantworten bspw. Fragen im Rahmen einer Expertenbefragung in Schulklassen oder berichten über ihren Werdegang und ihre Erfahrungen während ihrer eigenen Zeit der Ausbildungslehre.
  • Die Fachspezialisten vom Lernwerk-H16 zeigen einen pragmatischen Zugang zu schulischen Themengebieten und entwickeln Selbstlernmedien, die in einem Downloadbereich der Internetpräsenz angeboten werden.
  • Schulklassen können über das Lernwerk-H16 T-Shirts, Sweatshirts, etc. bestellen. Die Schüler treten dabei in Kontakt mit Vertretern vom Lernwerk-H16, klären die Realisierbarkeit des selbst erstellten Logos ab und stellen ihr Verhandlungsgeschick bei der Preiskalkulation unter Beweis. Das Lernwerk-H16 kommuniziert mit den Schülern im  „pädagogischen Schonraum“ und kann über den Verlauf der Verhandlungen an den Lehrer der Schule eine qualifizierte Rückmeldung geben. Ein entsprechendes Unterrichtsmodul wird auf der Internetpräsenz zum Download zur Verfügung stehen.
  • Unterrichtsmedien (Lernspiele/Lerntagebücher/Magnete/etc.) werden über das Lernwerk-H16 im Wirkungskreis des Pädagogischen Fachseminars vertrieben.
  • Über eine Internetpräsenz wird der Kontakt zu ehemaligen Fachlehreranwärtern gepflegt und ein Netzwerk aufgebaut. Hierbei erfährt die Übergangsphase von der Ausbildungszeit zum Berufseinstieg besondere Bedeutung. Auf der Internetseite werden alle Aktivitäten, die das Lernwerk-H16 betreffen, dokumentiert.

 Die Anfänge vom Lernwerk-H16

Interview von Nicole Wildgrube-Bernhard (Lehrerin (FLA) und im Lernwerk-H16 Team) mit dem Projektleiter Björn Kumpf.

Wie kommen Sie darauf eine Schülerfirma an einem Ausbildungsseminar für LehrerInnen zu gründen?
Schon lange trug ich den Gedanken mit mir herum, am PFS Karlsruhe eine „Schülerfirma“ zu gründen. Helfende Gespräche mit der Seminarleitung, KollegInnen und ehemaligen Anwärtern veränderten das Gesamtvorhaben in dieser Zeit. Eine Schülerfirma im klassischen Sinn konnte es nicht werden und die Bezeichnung „Schüler“ im Rahmen der hierarchischen Anordnung des Schüler-Lehrerverhältnisses würde die Intention des Vorhabens nicht treffen. Wir brauchen Fachlehrer mit einer Berufs- und Lebenserfahrung an allgemeinbildenden Schulen, die nicht lange diskutieren sondern handeln.

Das hört sich nach einer großen Herausforderung oder nach einem Experiment an?
Herausfordernd – ja, vielleicht verstand ich es auch als ein Experiment, ob man qualifizierte, engagierte Personen in einem Ausbildungs- und daher auch Abhängigkeitsverhältnis zu etwas begeistern kann, das zu keinem unmittelbaren Qualifikationsvorteil führt. Keine anstehenden Klausuren oder andere prüfungsrelevanten Leistungsfestsetzungen sollten die Motivation für die freiwillige Mitarbeit sein sondern die Überzeugung, an einer gemeinsamen Idee arbeiten zu wollen. Die Leidenschaft und das daraus resultierende Engagement der Akteure im Lernwerk-H16 werden Gradmesser sein, ob dieses „Experiment“ weiterhin gelingen wird.

Was bedeutet „Lernwerk“ und H16 eigentlich?
„Lernwerk“
als Begriff deckt die Dimension des Lernens und der Werkstatt ab. Es produziert umsetzbare Produkte oder bietet Dienstleistungen an, die das Lernen am Seminar und in den Schulen vereinfachen und steht dabei in einem eigenen Reflexions- und somit Lernprozess. Die Berufsqualifikationen und Lebenserfahrungen der Kollegen sind die Ressourcen und werden im Lernwerk-H16 mit dem Bereich des Lernens verbunden. Bei allen Produkten wird es in der Umsetzung konkret und sie stellen einen aktiven Beitrag zur Unterrichtsentwicklung dar. Den Aspekt eines kommunikativen Netzwerkes verfolgt das Lernwerk-H16 insofern, dass es den Kontakt nach der Seminarzeit zu den Lehrerkollegen halten möchte.

„H16“ steht als Abkürzung für die „Hertzstraße 16“. Verstärkt wurde die Entscheidung auch durch die Anfahrtsskizze zum Pädagogischen Fachseminar Karlsruhe, die eine Sechzehn darstellt.

Wie ergab sich das textile Projekt?
Das erste Projekt sollte sich mit der textilen Ausstattung der FLA beschäftigen und verfolgt die Grundsätze des Corporate Identity (CI). Das Konzept der CI beruht auf der Annahme, dass Unternehmen als soziale Systeme wie Personen wahrgenommen werden und ähnlich handeln können.

Gibt es einen Sponsor für das Projekt?
Seit 2007 suchte ich nach einem Partner, der ohne großes Aufsehen eine textile Ausstattung am PFS unterstützen würde. Es sind in der Zeit der Sponsorensuche viele Kontakte und Treffen zustande gekommen, letztlich entschied ich mich für die Firma Decathlon in Baden-Baden, die dem Lernwerk-H16 einen unkomplizierten Einkauf von Textilien ermöglichte. Nach dem ersten Besuch in der Filiale in Baden-Baden hatten wir, Herr Boisen, Herr Steurer und ich, drei große Tüten Textilien unterschiedlicher Art im Gepäck und benötigten schnelle Unterstützung für eine entsprechende Auswahl.

Wie haben Sie qualifizierte Mitarbeiter gefunden?
Über eine öffentliche Ausschreibung am Info-Brett des Pädagogischen Fachseminars Karlsruhe hatte sich dann Frau Heilig gemeldet. Mit ihr hatten wir eine kompetente Mitarbeiterin gefunden, die sich der Textilauswahl, der Etikettierung und später auch der Logistik des Verkaufes annahm.

Das klassische Grau in Verbindung mit dem roten Balken. Wer kam darauf?
„Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“ war die Devise, so dass die Farbwahl und die Art der Textilien eher klassisch ausfielen und damit nicht nur den „flippigen“ Sportlehrer zufrieden stellen sollte. Herr Boisen und hauptsächlich Herr Steurer haben das Logo maßgeblich geprägt.

Man braucht ein gewisses Startkapital. Wer hat Sie hier unterstützt?
Durch ein zinsloses Darlehen, das ich im Oktober 2011 dem Lernwerk-H16 zur Verfügung gestellt hatte, war das Vorhaben handlungsfähig und der Wareneinkauf und die Bedruckung konnten beginnen. Ein Verkaufsstand, ein Logo, ein Werbevideo und ein Facebookauftritt wurden zügig realisiert und über weitere Stellenausschreibungen am Info-Brett kamen Frau Ludwig, Frau Nitzschke, Frau Gehrlein, Frau Rangnau und Sie hinzu, die die Etikettierung der Textilien in einer Produktionsphase übernahmen. Da das Lernwerk-H16 keine Gewinnmaximierung verfolgt und es die Unterstützung von Thorsten Pokern von Decathlon Baden-Baden erfuhr, wurde ein attraktiver Verkaufspreis festgelegt, so dass die erste Verkaufsrunde der Textilien am Donnerstag, den 19.01.2012 mit großem Erfolg begann. Es folgten zwei weitere Verkaufstermine mit einem Kaffee- und Kuchenverkauf. Mittlerweile haben wir zwar einen kostenintensiven Lagerbestand, aber die durchweg positiven Rückmeldungen bestätigten unsere Entscheidungen in der Planungsphase.

Wie sieht die Zukunft des Lernwerk-H16 aus?
In den vergangenen Wochen ist das Lernwerk durch Ausschreibungen zu einer Gruppe herangewachsen, die versuchen wird, verschiedene geplante Aktionen bis Juli 2013 durchzuführen. Die Homepage konnte durch die Arbeit von Herrn Ender und Herrn Bucher realisiert werden und soll noch intensiver über die Vorhaben des Lernwerks-H16 und über das Seminarleben informieren. Es ist allerdings zu betonen, dass jeder mit einer guten Idee, großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein herzlich willkommen ist. Alle am PFS arbeitende Personen sind letztendlich Lernwerker, einige übernehmen dabei verantwortliche Aufgaben im Sinne des Lernwerks-H16. Allen Beteiligten gilt ein herzliches Dankeschön für ihre Mitarbeit und für die Unterstützung des Vorhabens.

Das erste Organigramm im Jahre 2012

 

Lernwerk-H16